Medizinische/r Fachangestellte/r (MFA) – rechte Hand des Facharztes

Dieser Ratgeber gibt dir ausführliche Informationen rund um die Abschlussprüfung zur/zum medizinischen Fachangestellten. Zu Beginn fassen wir noch einmal das Wichtigste zu diesem Ausbildungsberuf zusammen, um dir im Anschluss daran die primären Fragen rund um die Abschlussprüfung zu beantworten. Auf Basis dieser Informationen werden dir eine optimale Vorbereitung auf die anstehende (Zwischen-) und Abschlussprüfung und ein erfolgreicher Abschluss möglich sein.

Allgemeine Informationen zum Ausbildungsberuf MFA

Während der dreijährigen Berufsausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten lernen die Auszubildenden im dualen System. Praxisbezogene Lerninhalte werden in der Arztpraxis, Theorie- Kenntnisse in der Berufsschule vermittelt. Wenn du den Beruf der/des MFA ins Auge fasst, ist die Freude am Umgang mit Menschen die wichtigste Grundvoraussetzung. Außerdem solltest du flexibel sein und eine hohe Bereitschaft zum intensiven Lernen mitbringen.

 

Du wirst an zwei Prüfungen teilnehmen:

a) Zwischenprüfung (nach 18 Monaten)
b) Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung

In der Zwischenprüfung, die 120 Minuten dauert, werden Kenntnisse sowie Inhalte aus Theorie und Praxis überprüft. Abgefragt werden
– Betriebswirtschaftslehre (40 Minuten) ü Abrechnungswesen (20 Minuten)
– Medizin (60 Minuten)
Die Aufgaben setzen sich aus praxisbezogenen Fallsituationen, Multiple-Choice-Aufgaben und offenen Fragen zusammen und beziehen sich auf die ersten sechs Lernfelder nachfolgender Themengebiete:
– Arbeits- und Praxishygiene
– Schutz vor Infektionskrankheiten ü Verwaltungsarbeiten
– EBM / GOÄ
– Datenschutz und Datensicherheit ü Untersuchungen vorbereiten

 

Was wird geprüft?

Bei den Aufgabenstellungen praxisbezogener Fallsituationen wird überprüft, ob der Auszubildende in der Lage ist, für Beispiele aus der Praxis eine korrekte Analyse, Bewertung und Lösung geben zu können. Der Prüfling muss sich in alltagstypische Situationen hineindenken, die ihm beschrieben werden. Im Anschluss an jedes Fallbeispiel muss eine Frage beantwortet werden.
Offene Fragen sind direkte Fragestellungen, für die individuelle Bewertungen oder Interpretationen nicht möglich sind. Verlangt wird die direkte richtige Beantwortung auf eine konkrete Frage. Bitte bleibe gelassen; ein Medizinstudium ist für die Beantwortung der Fragen nicht erforderlich.
Gehörst du auch zu den Prüflingen, die vor Multiple-Choice-Aufgaben großen Respekt haben. Verständlich, da bei den vorgegebenen Antworten auf eine Frage sowohl eine einzige Auswahlantwort als auch mehrere richtig sein können.

Abschlussprüfung zur Medizinische Fachangestellten

Die MFA Abschlussprüfung ist in zwei große Bereiche unterteilt, den schriftlichen und den mündlichen (praktischen) Teil. Bist du gut vorbereitet, musst du vor keiner der beiden Prüfungsteile Angst haben. Sorge unbedingt dafür, dass du durch eine intensive Prüfungsvorbereitung Sicherheit und Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten gewinnst. Die Abschlussprüfung wird zeigen, ob du deine Berufsausbildung erfolgreich abschließen wirst. Hast du die Prüfung bestanden, darfst du dich Medizinische Fachkraft nennen.

 

Diese Themengebiete sind für die MFA-Abschlussprüfung relevant

Ziel des Prüfungsausschusses ist, in der MFA Abschlussprüfung ein möglichst breites Aufgabenspektrum des gesamten Ausbildungszeitraums abzudecken. Die genauen Themen und Fragestellungen sind natürlich vorab nicht bekannt. Die relevanten Themengebiete der Prüfungsbereiche lassen sich jedoch wie folgt zusammenfassen:

 

  • Qualitätssicherung und Zeitmanagement ü Infektionskrankheiten und Schutz
  • Arzneimittel, Seren, Impfstoffe
  • Betreuung Patienten und Beratung
  • Prävention und Reha Grundlagen ü Labor
  • Dokumentation
  • Notfälle – Erste Hilfe
  • Leistungsabrechnung
  • Sicherheit und Datenschutz[/p]

 

Schriftliche Prüfung MFA

Der schriftliche Teil der Abschlussprüfung ist in drei Prüfungsabschnitte unterteilt:

  • Behandlungsassistenz
  • Betriebsorganisation und –Verwaltung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Für die Bereiche „Behandlungsassistenz“ sowie „Betriebsorganisation und -verwaltung“ sind gemäß Ausbildungsverordnung (§ 9 Abs. 4) jeweils 120 Minuten festgeschrieben. Für den Prüfungsabschnitt „Wirtschafts- und Sozialkunde“ gibt es 90 Minuten Bearbeitungszeit. Mit Beendigung des letzten Abschnitts ist der schriftliche Part der Abschlussprüfung zur MFA absolviert.

 

Die mündliche Prüfung MFA

Direkt im Anschluss daran folgt in der Regel der mündliche Prüfungsteil, der deutlich kürzer ist als der schriftliche. Konzentriere dich nur auf deine Aufgabe, dann gibt es keinen Grund, nervös zu werden – und der größte Teil der mündlichen Prüfung ist geschafft.

 

Aufgabenstellung mündliche Prüfung Teil I

In diesem Teil der Prüfung wird eine komplexe Prüfungsaufgabe gestellt, die in den meisten Fällen dem Arbeitsablauf des Praxisalltags nachempfunden ist. Deine Aufgabe ist es, in der gestellten Situation angemessen zu handeln und zu reagieren. Es könnte also sein, dass du in der Prüfung bei einer Untersuchung oder Behandlung assistierst oder Patienten unter Berücksichtigung der geltenden Hygienevorschriften behandeln sollst. Hierbei stehen insbesondere die Bedienung von Instrumenten und Geräten sowie die Dokumentation deiner Vorgehensweise im Mittelpunkt. Du solltest dich darüber hinaus auch auf Fragen zu Präventionsmaßnahmen vorbereiten und auf die Durchführung von Laboruntersuchungen einstellen.

Tipp: Wenn du so agierst, wie du es in der Praxis bisher gelernt hast, kannst du (fast) nichts falsch machen.

 

15 Minuten Fachgespräch

An den praktischen Teil schließt sich ein 15-minütiges Fachgespräch an, das an den vorangegangenen praktischen Prüfungsteil anknüpft. Stelle dich also darauf ein, deine durchgeführte Vorgehensweise treffend begründen und Entscheidungen nochmals zusammenfassen und erklären zu können. Wenn du im praktischen Teil einer Fehler gemacht haben solltest, kannst du im Anschluss daran darlegen, wie du im Normalfall gehandelt hättest. Selbstverständlich ist vom gemachten Fehler abhängig, in welcher Form eine Korrektur vorzunehmen ist. Willst du Zusatzpunkte verdienen, solltest du immer einer Alternative zur gewählten Vorgehensweise parat haben.

 

Fallsimulationen und Notizen

Keine Sorge. Du wirst nicht sofort in eine nachzustellende Situation geschickt. Du bekommst eine gewisse Vorlaufzeit, um den Ablauf im Kopf durchzuspielen und dir entsprechende Notizen machen zu können. Überlege in der Vorbereitungszeit genau, welche Handlungen in welcher Reihenfolge der jeweiligen Situation angemessen sind und notiere dir hierzu relevante Stichpunkte (roter Faden). Deine Notizen helfen dir auch für den Fall, dass du sie in der Situation nicht verwendest oder vergisst. Dann kannst du immerhin im Nachhinein belegen, dass deine Planung eine andere war.

Die Räumlichkeiten, in denen die praktische Prüfung stattfinden, hängen vom jeweiligen Kammerbezirk ab. Einige verfügen über richtige Prüfpraxen, in denen sich alltagsnahe Situationen nachstellen lassen. In anderen Bezirken werden Berufsschulzimmer in Behandlungsräume umfunktioniert. Bedenke, dass es immer auch Personen geben kann, die einen Patienten spielen. Stell dich daher auch auf Situationen ein, in denen du Erste Hilfe leisten musst.

 

Nachfolgend noch ein paar Tipps zur praktischen Prüfung MFA:

  • Handelt es sich im Prüfungsfall um einen Unfall, sind im Vorfeld Fragen zum Kostenträger zu stellen (BG-Fall).
  • Berücksichtige den Wochentag, an dem der Patient „deine Praxis aufsucht.“ Er könnte Auswirkungen auf die Abrechnung haben.
  • Geöffnete Verpackungen umgehend entsorgen oder wegräumen, keinesfalls offen liegen lassen.
  • Übertreibe es nicht mit den Hygienemaßnahmen!

• Vorsicht Falle: Verbandsmaterial und Impfstoffe können bereits abgelaufen sein. Deshalb auf das Verfallsdatum achten und gegebenenfalls darauf hinweisen.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Abschlussprüfung zur/zum MFA

Während der MFA-Abschlussprüfung müssen mindestens drei Mitglieder des Prüfungsausschusses zugegen sein, die die einzelnen Prüfungsteile wie folgt bewertet:

Damit die schriftliche Prüfung bestanden ist, müssen in den Prüfungsbereichen „Behandlungsassistenz“ sowie „Betriebsorganisation und -verwaltung“ mindestens 40 Prozent der Aufgaben richtig sein. Für den Bereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“ genügend 20 Prozent.

Schriftlicher und mündlicher Teil werden jeweils zu 50 Prozent in die Gesamtwertung einfließen.

Bestens vorbereitet in die MFA-Abschlussprüfung

 

Die Prüfungssituation ist für die meisten Prüflinge mit einem mulmigen Gefühl behaftet. Wer sich jedoch gut vorbereitet, muss vor der Abschlussprüfung zur Medizinischen Fachangestellten keine Angst haben. Die Erfahrung zeigt, dass in der Regel eher verhältnismäßig einfache Fragestellungen auf die Prüflinge zukommen, die nicht auf komplexere Zusammenhänge abzielen. Hab also keine Zweifel an deiner Vorbereitung und deinen Kenntnissen. Du schaffst das!

 

Prüfung2Go wünscht Dir viel Erfolg für deine Vorbereitungsphase und deine MFA-Abschlussprüfung!

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